Vom Hanffeld zum Baustoff: Sechs Monate Fortschritt bei Klimafeld

KLIMAFELD · RÜCKBLICK APRIL–OKTOBER 2026

Sechs Monate für eine regionale Zukunft mit Hanf: Klimafeld hat Fachwissen vertieft, Kontakte ausgebaut und die Planung eines Bioökonomie-Clusters im Raum Wien und Römerland Carnuntum konkretisiert.

Wien, 22. Oktober 2026. Wie wird aus einer nachwachsenden Pflanze eine Perspektive für Landwirtschaft, regionale Wirtschaft und zukunftsfähiges Bauen? An dieser Frage hat der Verein Klimafeld im vergangenen halben Jahr gearbeitet. Aus Gesprächen, fachlichem Austausch und ersten technischen Abklärungen ist ein konkreterer Projektansatz gewachsen: regionalen Hanfanbau, die Aufbereitung von Hanfstroh und die Herstellung von Hanfbeton-Bausteinen miteinander zu verbinden.

Der Rückblick auf April bis Oktober 2026 zeigt, wie viel Vorarbeit dafür notwendig ist. Heute liegen neue Kontakte, erste Anlageninformationen und eine wichtige Rückmeldung zur Förderfähigkeit der Hanfverarbeitung vor. Damit ist die Grundlage für die nächsten Planungsschritte belastbarer geworden.

01

Wissen verbinden

Fachlichen Austausch vertiefen und Kontakte ausbauen.

02

Regional denken

Landwirtschaft, Verarbeitung und Bauwirtschaft zusammenbringen.

03

Umsetzung planen

Technik, Standort und Finanzierung Schritt für Schritt prüfen.

WISSEN & AUSTAUSCH

Wissen vertiefen und Menschen zusammenbringen

Ein wichtiger Teil dieser Arbeit war der Austausch mit Menschen, die Hanf bereits in der Praxis verarbeiten und einsetzen. Ein Workshop in Hanfthal bot dem Klimafeld-Team fachliche Einblicke und neue Anknüpfungspunkte. Ende Juni wurde darauf aufbauend der Kontakt für eine mögliche Anlagenbesichtigung in Brandenburg vertieft.

Parallel entwickelte sich der Austausch mit Fachleuten für das Bauen mit Hanf. Dabei geht es um mehr als einen einzelnen Baustoff: Entscheidend ist, wie Rohstoffqualität, Verarbeitung und spätere Anwendung zusammenpassen. Diese Fragen prägen die weitere Projektentwicklung.

Klimafeld-Illustration: regionale Kreislaufwirtschaft in Österreich

REGIONALE VERANKERUNG

Die Region als Ausgangspunkt

Im Juli fand ein persönlicher Austausch mit dem Regionalentwicklungsverein Römerland Carnuntum statt. Anschließend überarbeitete Klimafeld seine Projektvorstellung anhand des erhaltenen Feedbacks. Im August wurde die Möglichkeit bestätigt, das Vorhaben bei der Generalversammlung vorzustellen.

Dahinter steht ein klares Ziel: Eine künftige Wertschöpfungskette soll in der Region verankert sein. Landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitung und Bauwirtschaft sollen gemeinsam gedacht werden. Welche Flächen, Standorte und Kooperationen dafür tatsächlich infrage kommen, wird schrittweise geprüft.

Klimafeld-Illustration: Haus mit Pflanze für biobasiertes Bauen

TECHNIK & VERARBEITUNG

Vom Hanfstroh zum Baustoff: Die Planung wird konkreter

Im Herbst rückten die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen stärker in den Mittelpunkt. Klimafeld erhielt erste unverbindliche Angaben zu möglichen Dekortierungsanlagen sowie Unterlagen für die Prüfung eines möglichen Standorts im Raum Schwechat. Damit lassen sich Fragen zu Kapazität, Platzbedarf, Energieversorgung und Investitionsumfang gezielter bearbeiten.

Dekortierung bezeichnet die mechanische Trennung des Hanfstrohs in Fasern und die holzigen Bestandteile, die sogenannten Schäben. Diese Aufbereitung ist ein zentraler Schritt auf dem Weg zu nutzbaren Rohstoffen.

Für die erste Projektphase stehen die Dekortierung und die Herstellung von Hanfbeton im Mittelpunkt. Die weitergehende Veredelung der gewonnenen Hanffasern ist für eine spätere zweite Phase vorgesehen. So erhält die Planung einen klaren Schwerpunkt, während weitere Nutzungsmöglichkeiten offenbleiben.

FÖRDERPERSPEKTIVE

Wichtige Klärung zur Förderperspektive

Am 20. Oktober erhielt Klimafeld eine wichtige Rückmeldung der Austria Wirtschaftsservice (aws): Nach Abstimmung mit dem zuständigen Ministerium wurde bestätigt, dass Investitionen in die Verarbeitung von Hanf grundsätzlich im Rahmen der Maßnahme „Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse“ förderbar sind.

Für die weitere Planung ist das ein wesentlicher Schritt. Die konkrete Projektprüfung, die Abgrenzung der förderfähigen Bestandteile und die Finanzierung bleiben jedoch noch zu bearbeiten. Eine Förderzusage für den Klimafeld-Cluster ist damit nicht verbunden.

SICHTBARKEIT

Die Idee verständlich und sichtbar machen

Auch die Öffentlichkeitsarbeit wurde weiterentwickelt. Seit August ergänzen englischsprachige Wissensbeiträge die Website. Sie machen die Themen Hanf und biobasierte Baustoffe einem breiteren Publikum zugänglich. Gleichzeitig arbeitet Klimafeld daran, den Weg vom landwirtschaftlichen Rohstoff zum möglichen Baustoff anschaulich zu erklären.

Für die Generalversammlung von Römerland Carnuntum am 24. November wird derzeit ein kurzer Projektfilm vorbereitet. Er soll das Vorhaben verständlich vorstellen und den weiteren Austausch in der Region unterstützen.

AUSBLICK

Was als Nächstes ansteht

Die kommenden Schritte betreffen vor allem die technische Auslegung, die Standortprüfung, die Finanzierung und die Zusammenarbeit entlang der künftigen Rohstoff- und Absatzkette. Verbindliche Entscheidungen zu Standort, Anlagenbestellung und Umsetzung stehen noch aus.

Der Anspruch bleibt: Aus regional angebautem Hanf sollen nutzbare Materialien und langfristige wirtschaftliche Perspektiven entstehen. Das Potenzial biobasierter Baustoffe für den Klimaschutz ist dabei ein wesentlicher Antrieb. Welche Klimawirkung die geplanten Produkte tatsächlich erreichen, muss anhand der konkreten Herstellung und entsprechender Nachweise bewertet werden.

Klimafeld dankt allen, die in den vergangenen Monaten ihr Wissen, ihre Zeit und ihre Kontakte eingebracht haben. Jeder fachliche Austausch hilft, aus dem Vorhaben einen tragfähigen nächsten Schritt zu machen.

Gemeinsam die nächsten Schritte gestalten

Du bist in der Landwirtschaft, im Bauwesen, in der Forschung oder in der regionalen Wirtschaft tätig und möchtest dich einbringen? Klimafeld freut sich über fachlichen Austausch und konkrete Anknüpfungspunkte. Schreib uns an [email protected].

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