Wissen, das Zukunft wachsen lässt

Warum Hanf?
Ein Rohstoff.
Viele Möglichkeiten.

Hanf kann Landwirtschaft, Klimaschutz und Bauen miteinander verbinden. Entscheidend ist, wie wir ihn anbauen, verarbeiten und nutzen. Entdecke das Potenzial von Nutzhanf – und die Fragen, die wir dabei ehrlich beantworten müssen.

Hanf verstehen →
Ernte beim Klimafeld-Pilotprojekt
Originalaufnahme aus der Klimafeld-Projektdokumentation.

Verein Klimafeld · Wissen über Nutzhanf, Baustoffe und regionale Kreisläufe

Nutzhanf: Was steckt dahinter?

Auf dieser Seite geht es um Hanf als landwirtschaftlichen Rohstoff für Fasern, Schäben und Samen. Klimafeld beschäftigt sich vor allem mit Faserhanf, regionaler Verarbeitung und möglichen Baustoffanwendungen. Unser Verein möchte Wissen zugänglich machen und Menschen aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Bauwirtschaft zusammenbringen.

Fasern

Die äußeren Fasern der Stängel können zu Textilien, Dämmstoffen und Verbundmaterialien verarbeitet werden.

Schäben

Die holzigen Teile im Inneren des Stängels sind ein Ausgangsstoff für Hanfbeton.

Samen

Hanfsamen werden unter anderem für Lebensmittel und Öl genutzt. Anbauziel und Ernteverfahren bestimmen, welche Pflanzenteile wirtschaftlich nutzbar sind.

[1] · [5]

Klimaschutz mit Augenmaß

CO₂ aufnehmen ist der Anfang.
Die Bilanz zählt.

Beim Wachsen nimmt Hanf CO₂ auf und baut Kohlenstoff in seine Biomasse ein. Was danach mit diesem Kohlenstoff passiert, hängt von der Nutzung ab: Ein kurzlebiges Produkt hat einen anderen Lebensweg als ein Baustoff, der über viele Jahre im Gebäude verbleibt.

Eine belastbare Klimabilanz berücksichtigt auch Emissionen aus Anbau, Verarbeitung, Bindemitteln und Transport sowie das Nutzungsende. Deshalb lässt sich aus der Pflanzenaufnahme allein keine dauerhafte Einsparung oder zertifizierte Kompensation ableiten. [4]

Illustration zu Hanf und Kohlenstoffspeicherung
Bestehende Illustration zum Thema Kohlenstoffspeicherung; kein Nachweis einer gemessenen Einsparung.

Für konkrete Aussagen braucht es eine produktbezogene Ökobilanz mit klaren Systemgrenzen. Pauschale Tonnenangaben pro Hektar oder Haus ersetzen diesen Nachweis nicht.

Illustration zu Hanfbeton und Bauen
Vorhandene Illustration zu Hanfbaustoffen; keine Darstellung einer bereits laufenden Klimafeld-Produktion.

Hanfbeton verstehen

Ein Baustoff mit besonderen Eigenschaften.

Hanfbeton, auch Hanfkalk genannt, besteht aus Hanfschäben, einem mineralischen Bindemittel und Wasser. Er wird beispielsweise als Ausfachung oder in Form vorgefertigter Steine eingesetzt. Üblicherweise übernimmt eine separate Tragstruktur die Gebäudelasten. Hanfbeton ist daher kein direkter Ersatz für tragenden Stahlbeton. [2]

Wärme & Feuchte

Hanfbeton kann dämmen und Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Rezeptur, Dichte und Feuchte beeinflussen seine Eigenschaften. [3]

Planung & Nachweise

Wandaufbau, Witterungsschutz und Trocknung gehören zur Planung. Für ein konkretes Bauvorhaben zählen die geprüften Eigenschaften des jeweiligen Produkts und Systems.

Nutzung & Lebensende

Lange Nutzung und eine geeignete Weiterverwendung sind wichtige Planungsziele. Ob Material wiederverwendet oder aufbereitet werden kann, hängt auch von Bindemitteln und dem Rückbau ab.

Vom Feld aus denken

Chancen für Boden und Artenvielfalt.

Hanf kann Fruchtfolgen ergänzen. Ein dichter Bestand beschattet den Boden und kann Unkraut unterdrücken. Die Blüten liefern Pollen; die Pflanze kann Tieren Nahrung und Schutz bieten. Der Pflanzenschutzbedarf ist häufig gering, aber nicht unter allen Bedingungen null. [1]

Für die Praxis bleiben Standort, Wetter, Sorte und Bewirtschaftung entscheidend. „Immer pestizidfrei“, „braucht kaum Wasser“ oder „verbessert jeden Boden“ wären deshalb zu weit gehende Versprechen. Wir sehen Hanf als Baustein einer standortgerechten Landwirtschaft.

Illustration zu Hanf und Biodiversität
Bestehende Illustration zu Biodiversität und Hanfanbau.
Klimafeld-Pilotprojekt in Schwechat
Originalaufnahme aus dem Klimafeld-Pilotprojekt.

Was das für Klimafeld bedeutet

Wissen teilen.
Regionale Wege vorbereiten.

Klimafeld hat 2023 ein Pilotprojekt bei Wien-Schwechat umgesetzt. Heute arbeiten wir an der Planung einer regionalen Verarbeitungskette im Raum Wien und Römerland Carnuntum. Phase 1 umfasst Dekortierung und Hanfbeton; die weiterführende Faserverarbeitung ist als Phase 2 vorgesehen.

Die industrielle Umsetzung befindet sich in Planung. Auf unserer Projektseite zeigen wir den aktuellen Stand und die noch offenen Schritte.

Projektstand ansehen →

Häufige Fragen zu Hanf und Hanfbeton.

Ist Hanf automatisch klimaneutral?

Nein. Die Klimabilanz hängt vom Anbau, der Verarbeitung, den eingesetzten Materialien, der Nutzung und dem Lebensende ab. Eine allgemeine Eigenschaft der Pflanze ist kein Nachweis für ein konkretes Produkt.

Kann Hanfbeton tragenden Beton ersetzen?

Üblicher Hanfbeton dient vor allem als Dämm- und Ausfachungsmaterial. Die tragende Funktion übernimmt in der Regel eine separate Konstruktion. Entscheidend sind die Nachweise des jeweiligen Bausystems. [2]

Wie gut dämmt Hanfbeton?

Es gibt keinen universellen Wert für alle Hanfbetonprodukte. Untersuchungen zeigen, dass unter anderem Dichte und Feuchte die Wärmeleitfähigkeit beeinflussen. Für deine Planung brauchst du geprüfte Produktwerte und den vollständigen Bauteilaufbau. [3]

Welche Rolle spielen Mitgliedsbeiträge?

Sie unterstützen die Vereinsarbeit von Klimafeld: Wissen vermitteln, Austausch ermöglichen und regionale Vorhaben weiterentwickeln. Eine Mitgliedschaft ist weder ein Baustoffkauf noch eine Investition in eine Produktionsanlage und beinhaltet keine zertifizierte CO₂-Kompensation.

Quellen & fachliche Einordnung

Redaktion: Verein Klimafeld · Überprüft am 22. Oktober 2026. Allgemeine Materialeigenschaften ersetzen keine produktbezogene Planung oder Prüfung.

  1. European Commission: Hemp – Anbau und Nutzungsmöglichkeiten.
  2. UK Hempcrete: Frequently Asked Questions – Praxisinformationen eines Fachanbieters.
  3. Collet & Prétot (2014): Thermal conductivity of hemp concretes – Untersuchung zu Rezeptur, Dichte und Feuchte.
  4. Arrigoni et al. (2017): Life cycle assessment of natural building materials – Bindemittel und Transport; Nutzungsende in dieser Studie nicht bilanziert.
  5. European Commission / CORDIS: MULTIHEMP, Final Report – Verarbeitung und Produktanwendungen.

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